OB braucht keinen Rücktritt, sondern Rückhalt

22. Mai 2020

Natürlich wird die Situation um Thomas Feser auch innerhalb der CDU intensiv diskutiert. Das Unfallgeschehen vom 30. April, die Umstände, die dahinterstehen, und die gesamte Tragweite der Situation machen betroffen und offenbaren Handlungsbedarf. Dieser muss allerdings an angemessenen, dem Menschen und dem Amt würdigen Maßstäben orientiert sein.

Rücktrittsforderungen, wie sie von der SPD verlautbart wurden, schießen jedoch über das Ziel hinaus und werden der Sache und dem Menschen nicht gerecht, so die Meinung der CDU. Auch die CDU ist bestürzt und enttäuscht über das an besagtem Tag Geschehene. Dies ist nicht kleinzureden und muss und wird entsprechende strafrechtliche Folgen nach sich ziehen. Dass er bereit ist, diese strafrechtlichen Konsequenzen zu tragen und seine Lehren daraus zu ziehen, hat Thomas Feser unmissverständlich klargemacht.

Ebenso hat er erklärt, dass er sich seiner gesundheitlichen Probleme in Zusammenhang mit Alkohol bewusst ist und mit der Hilfe seiner Familie, von Ärzten und Therapeuten konsequent dagegen angehen wird.

Diese Situation zu nutzen, um daraus in Form von Rücktrittsforderungen politisches Kapital schlagen zu wollen, ist ein Politikstil, den die CDU Bingen strikt ablehnt. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch auf die enorme politische Leistung des Oberbürgermeisters für unsere Stadt. „Gleichwohl haben wir ihm unmissverständlich klargemacht, dass wir im Zusammenhang mit Alkohol kein Verständnis und keine Rücksicht mehr nehmen werden.“

Ein Fragezeichen hinterlässt jedoch die Berichterstattung einer überregionalen Tageszeitung. In dem Artikel, auf dem die SPD in ihrer Rücktrittsforderungen Bezug nimmt, wurden Informationen aus einem zwischen Tür und Angel geführten Gespräch verwertet, nachdem im Vorfeld ein Interviewwunsch der Zeitung seitens der Pressestelle des Oberbürgermeisters mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren abgelehnt wurde. Überdies wurde der Artikel mit einem Foto bebildert, dass in einem ganz anderen Kontext gefertigt wurde und der aktuellen Situation keinesfalls gerecht wird. 

Im Geiste von Respekt und Toleranz verdient jedermann auch nach einem schweren Fehler und angesichts persönlicher Schwächen die Hilfe und Unterstützung, die er benötigt. Die CDU Bingen steht hinter Thomas Feser und bietet ihm den notwendigen Rückhalt im Vertrauen darauf, dass diese Haltung angenommen und in Richtung auf eine gemeinsame fruchtbare Zusammenarbeit und eine gute Zukunft für Bingen umgesetzt wird.