Pressemitteilung der CDU Bingen zum Seniorenstift St. Martin

12. November 2025

Bingen, den 12.11.2025

Die CDU Bingen nimmt mit großer Bestürzung die Entscheidung, das Altenheim St. Martin in der Mainzer Straße 19–25 zum 30. Juni 2026 zu schließen zur Kenntnis.

Die CDU Bingen bedauert diese Entwicklung zutiefst. Dieses Haus steht seit fünf Jahrzehnten für würdige Pflege, überschaubare Wohnverhältnisse zentral im Stadtgebiet und eine hohe Wertschätzung der Bewohnerinnen und Bewohner. Die jetzige Mitteilung, dass die Einrichtung nicht mehr fortgeführt werden kann und dass die Menschen, die dort leben, sich auf eine neue Bleibe einstellen müssen, erfüllt uns mit Sorge. Besonders das Schicksal der Betroffenen — die nun ihre vertraute Umgebung verlassen müssen — erfordert unser aller Mitgefühl und unser Engagement.

Bei aller Bestürzung über die anstehende Schließung des Stifts St. Martin, möchte die CDU festhalten: Die Stadt ist nicht Träger der Einrichtung und ist aufgrund der aktuellen Haushaltssituation auch nicht in der Lage, sich finanziell einzubringen. Eine finanzielle Verantwortung der Stadt für das Seniorenzentrum kann daher nicht übernommen werden.

Das Vorgehen der Caritas und des Kuratoriums hat uns in vieler Hinsicht überrascht und erschreckt: Die Art und Weise der Kommunikation mit dem kurzfristigen Hinweis auf die Schließung und die damit einhergehende Ungewissheit für Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende tragen zu erheblicher Verunsicherung bei. Angesichts der Verantwortung, die wir gemeinsam für ältere und pflegebedürftige Menschen haben, halten wir es für dringend geboten, dass die zuständigen Stellen jetzt in einen konstruktiven Dialog eintreten.

Aus Sicht der CDU sind dabei folgende Punkte wichtig:

    1. Eine umfassende und transparente Information aller Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörigen über die anstehenden Schritte, die individuellen Optionen und den Zeitrahmen.

    1. Ein sofortiges Gespräch zwischen allen relevanten Akteuren wie u.a. dem Landkreis Mainz-Bingen als zuständige Stelle für die Alten- und Pflegeplanung und der zuständigen Abteilung im Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, um bestmöglich sicherzustellen, dass alle Betroffenen eine adäquate und menschenwürdige Anschlusslösung erhalten.

    1. Eine klare Zusage des Trägers, dass sämtliche Alternativen zur Weiterführung geprüft wurden und dass Übergangs- und Unterstützungsangebote für alle Betroffenen konzeptionell und finanziell abgesichert sind.

    1. Dass Aussagen darüber hinaus transparent gemacht werden, unter welchen Bedingungen eine Fortführung nicht mehr möglich war – insbesondere unter dem Gesichtspunkt, welche Sanierungs-, Finanzierungs- oder Betreibermodell-Herausforderungen bestanden haben.

Als Stadtgesellschaft tragen wir Mitverantwortung für die Lebensqualität und die Situation unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Wir rufen alle Verantwortlichen auf, jetzt gemeinsam für den Erhalt von Versorgungsqualität im Alter, für Planungssicherheit und für eine faire Übergangslösung für alle Betroffenen einzustehen. Das Schicksal der Bewohnerinnen und Bewohner darf nicht zur Betrachtung eines rein betriebswirtschaftlichen Vorgangs verkommen, denn letztlich geht es um Menschen.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass bereits Proteste und Sorgen in der Bevölkerung sichtbar geworden sind. Das ist ein klares Signal, dass die Stadtgesellschaft nicht tatenlos zusehen will.

Wir appellieren an die Caritas, das Kuratorium, die Bewohnervertretung, die Mitarbeitenden sowie die verantwortlichen Gremien, Gespräche zu führen mit dem Ziel, mindestens eine nahtlose Anschlussversorgung für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu sichern und klare, verlässliche Zusagen zu treffen – sowohl zeitlich als auch hinsichtlich der Qualität der Versorgung.